{"id":1268,"date":"2013-10-25T10:42:02","date_gmt":"2013-10-25T10:42:02","guid":{"rendered":"http:\/\/digitalrealism.wordpress.de\/?p=1268"},"modified":"2013-10-25T10:42:02","modified_gmt":"2013-10-25T10:42:02","slug":"andreas-hepps-und-uwe-hasebrink-konzept-der-kommunikativen-figurationen-als-empirischer-forschungsansatz-zur-analyse-medientechnologisch-unterstutzen-soziokulturellen-wandels-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/digitalrealism.info\/?p=1268","title":{"rendered":"\u201eKommunikative Figurationen\u201c als Analyseinstrument eines medientechnologisch unterst\u00fctzen soziokulturellen Wandels"},"content":{"rendered":"<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\"><b>Einleitung <\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\"><a href=\"http:\/\/digitalrealism.info\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/kommunikative-figurationen-e1382701971372.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-1273 alignleft\" style=\"margin-top:5px;margin-bottom:5px;border:5px solid white;\" title=\"communicative figurations\" alt=\"Kommunikative Figurationen\" src=\"http:\/\/digitalrealism.info\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/kommunikative-figurationen-e1382701971372.jpg?w=150\" width=\"150\" height=\"138\" srcset=\"https:\/\/digitalrealism.info\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/kommunikative-figurationen-e1382701971372.jpg 651w, https:\/\/digitalrealism.info\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/kommunikative-figurationen-e1382701971372-300x276.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Eines der gr\u00f6\u00dften deutschen Forschungsprojekte, welches den sozialen Wandel durch das Internet thematisiert, wird vom 2011 gegr\u00fcndete Forschungsverbund \u201eKommunikative Figurationen\u201c der Universit\u00e4ten Bremen und Hamburg durchgef\u00fchrt. In den beiden Arbeitspapieren \u201eThe communicative figurations of mediatized worlds. Mediatization research in the times of the &#8216;mediation of everything&#8217;\u201c (Hepp 2013) und \u201eHuman interaction and communcative figurations. The transformation of mediatized cultures and societies\u201c (Hepp\/Hasebrink 2013) pr\u00e4sentieren Andreas Hepp und Uwe Hasenbrink den Forschungsansatz der kommunikativen Figurationen. Das Arbeitspapier \u201eHuman interaction&#8230;\u201c (Hepp\/Hasebrink 2013) basiert auf der wissenschaftlichen Problemstellung, wie Mediatisierungsforschung in einem praktikablen empirischen Zugang verankert werden kann. Ausgehend von der Grundannahme, dass sich innerhalb eines andauernden Mediatisierungsprozess unsere Gesellschaften und Kulturen transformieren, soll dieser Transformationsprozess detailliert beobachtet werden. Medien, so ihre zweite Grundannahme, werden dabei in dem Ma\u00dfe einflussreich in dem sie den Prozess der symbolischen Interaktion pr\u00e4ziser der Kommunikation ver\u00e4ndern. Kommunikation wird dabei die kritische Rolle der Konstruktion von Kulturen und Gesellschaften, der kommunikativen Konstruktion, zugeschrieben. Um eine praktische, transmediale Analyse der sich wandelnden kommunikativen Konstruktion von mediatisierten Kulturen und Gesellschaften zu entwickeln, f\u00fchren sie den Begriff der \u201eKommunikativen Figurationen\u201c als intermedierendes Konzept ein.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><!--more--><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Ihre Argumentation entwickeln sie dabei auf Basis einer Skizzierung eines generellen Ansatzes um die Wechselbeziehungen zwischen Mediatisierung, Interaktion und Kommunikation zu reflektieren. In diesen Rahmen stellen sie das Konzept der \u201eKommunikativen Figurationen\u201c vor und versuchen es als empirischen Forschungsansatz f\u00fcr eine Mediatisierungsforchung zu etablieren, die sich an den Fragen der Interaktion und der Kommunikation orientiert (Hepp\/Hasebrink 2013, S. 3). In Bezug auf eine empirische Forschung ist vor allem dieses zweite Arbeitspapier relevant, weshalb meine Zusammenfassung ihres Ansatzes vorwiegend dieser Argumentationslinie folgt. Um den Ansatz umfassend darzustellen wurde erg\u00e4nzend das erste Arbeitspapier \u201eThe communicative figurations&#8230;\u201c zu Rate gezogen, welches insbesondere eine ausf\u00fchrlichere Darstellung des Konzepts der Mediatisierung beinhaltet. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Diese Darstellung orientiert sich dabei sehr stark an den Texten von Hepp und Hasebrink. Deshalb basieren s\u00e4mtliche Argumente, Definitionen, Interpretationen und Zitate dritter Wissenschaftler ausschlie\u00dflich auf Hepps und Hasebrinks Darstellung dieser. Direkte Zitate wurden dabei ins Deutsche \u00fcbersetzt. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">\u00a0<span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\"><b>Zwei Traditionen des Mediatisierungsforschung <\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Grundlage ihres generellen Ansatzes zur Reflexion der Wechselbeziehungen zwischen Mediatisierung, Interaktion und Kommunikation sind die beiden, von Hepp und Hasebrink als institutionelle und der sozialkonstruktivistische bezeichnete Traditionen der Mediatisierungsforschung. Nach diesen liegt der Schwerpunkt der institutionellen Tradition in der Theoretisierung von Mediatisierung in der Beschreibung des Einflusses von Massenmedien im Sinne einer Medienlogik, w\u00e4hrend die sozialkonstruktivistische Perspektive an allt\u00e4glichen Kommunikationspraktiken interessiert ist und sich auf die wandelnde kommunikative Konstruktion von Kultur und Gesellschaft konzentriert. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Die Grundlagen des Konzeptes einer Medienlogik sieht Hepp in den Arbeiten von David Altheide und Robert Snow (1979). Der Begriff der Medienlogik erfasst nach diesem die Rolle von Medien als Form von Kommunikation in Bezug auf ihre transformative Wirkung unserer Wahrnehmung und Interpretation des Sozialen. Die Medienlogik wohnt dabei nicht den Medieninhalten inne, sondern in der Form der Medienkommunikation, welche als prozessualer Rahmen verstanden wird durch den soziale Handlungen in Erscheinung treten. Dieses Argument wurde von Kent Asp (1990) aufgegriffen, indem er den Begriff der Mediatisierung mit der Behauptung einer Medienlogik in Verbindung brachte. Er argumentierte, dass, um die Rolle von Medien in einer Gesellschaft analysieren zu k\u00f6nnen, die drei unterschiedliche Einflussfelder, der Markt, die Ideologie und die Medienlogik betrachtet werden m\u00fcssen. Die letzte ist f\u00fcr ihn das System und die Normen, die den Medienproduktionsprozess umgeben und unter dem s\u00e4mtliche Dramaturgien, Formate, Routinen und Rationalit\u00e4ten der Massenmedien erfasst werden k\u00f6nnen. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">F\u00fcr Hepp liegt in dieser Idee der Gr\u00fcndungsfunken der institutionalistischen Tradition der Mediatisierungsforschung, die von der Leitfrage dominiert wird, wie sich unterschiedliche Teile der Kultur und der Gesellschaft, insbesondere die Politik aber auch die Wissenschaft oder die Religion an einer Medienlogik orientieren (vgl. Hepp 2013, S. 4). <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">In den Arbeiten von Stig Hjarvard (2008) sieht Hepp eine Verdichtung dieser Str\u00f6mungen in eine institutionelle Perspektive. Hjarvards Argumentation basiert nach Hepp dabei haupts\u00e4chlich auf zwei Punkten. Zun\u00e4chst analysiert er die Beziehungen zwischen den Medien als eine Institution und anderen sozialen Institutionen. Anschlie\u00dfend strebt er an das Konzept der Mediatisierung nur auf eine bestimmte Form der Institutionalisierung von Medien, der \u201eautonomen\u201c sozialen Institutionalisierung, anzuwenden. Diese sieht er als Vorbedingung f\u00fcr Medieninstitutionen damit sie Einfluss auf andere soziale Institutionen aus\u00fcben zu k\u00f6nnen. Die Mediatisierung der Gesellschaft ist demnach der Prozess durch den Gesellschaft in einem zunehmenden Ma\u00dfe den [Massen-] Medien und ihrer Logik unterworfen oder von ihnen abh\u00e4ngig werden. In diesem Fall verweist der Term der Medienlogik auf den institutionellen und technologischen Modus Operandi der [Massen-] Medien, einschlie\u00dflich der Distributionswege von Material und symbolischen Ressourcen und ihren \u201ein Betrieb halten\u201c mit Hilfe von informellen Regeln (Hepp 2013, S. 4f). <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Der Ausgangspunkt der sozialkonstruktivistischen Tradition liegt f\u00fcr Hepp sowohl im symbolischen Interaktionismus und der Wissenssoziologie, als auch in der Integration einiger fundamentaler \u00dcberlegungen der Medientheorie. Sie behandeln diesen Ansatz als die Wiederaufnahme der klassischen soziologischen Reflexionen von Ernst Manheim. Nach Hepp und Hasebrink\u00a0 entwickelte Friedrich Krotz (2001) neben anderen eine Ann\u00e4herung an das Konzept der Mediatisierung, welche sich st\u00e4rker an einer Kommunikationsforschung orientiert, die auf Handlungstheorien und den &#8216;cultural studies&#8217; basiert. Nach Krotz ist Mediatisierung ein Metaprozess des Wandels, der als ein umfassender Rahmen um den Wandel von Kultur und Gesellschaft theoretisch informiert zu beschreiben verstanden wird. In dieser Langzeitperspektive kann die Geschichte der Menschheit als Prozess beschrieben werden, w\u00e4hrend dem Kommunikationsmedien immer entwickelter und auf vielf\u00e4ltigere Art benutzt wurden. In der Konsequenz entwickelten sich immer komplexere Formen der mediatisierten Kommunikation und Kommunikation fand h\u00e4ufiger, l\u00e4nger in immer mehr Teilen des Lebens und in Verbindung zu mehr Themen in Bezug auf Medien statt. Hieraus zieht Hepp den Schluss, dass Mediatisierung ein komplexer Prozess ist und dass Mediatisierung in unterschiedlichen Mediatisierungsprozessen zu unterschiedlichen Zeiten und f\u00fcr unterschiedliche Menschengruppen unterschieden werden kann (Hepp 2013, S. 5).<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Das Ziel dieser Art der Forschung ist die Beobachtung der Wechselbeziehungen zwischen medienkommunikativen und soziokulturellen Wandel als ein Teil von allt\u00e4glichen Kommunikationspraktiken und wie der Wandel dieser Praktiken mit der sich \u00e4ndernden kommunikativen Konstruktion von Wirklichkeit verbunden ist (Hepp 2013, S. 6). <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Als Hepps Synthese dieser beiden Ans\u00e4tze kann seine Argumentation gelten, die er mit Friedrich Krotz entwickelt hat (Krotz\/Hepp 2013). Demnach sollen die Wege, wie Mediatisierung funktioniert, durch die Beschreibung der Ver\u00e4nderung von Kommunikation, durch die Benutzung von Medien durch Individuen, Institutionen und Organisationen, wenn Gesellschaft und Kultur als ein Ganzes von einem spezifischen Medium abh\u00e4ngig sind, dargestellt werden (vgl. Hepp 2013, S 6). <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">In \u201eHuman interaction&#8230;\u201c wird das Konzept der Mediatisierung deutlich allgemeiner definiert: \u201ewe can define mediatization as a concept to analyse critically the (long-term) interreleation between the change of media and communication, on the one hand, and the change of culture and society on the other\u201c (Hepp\/Hasebrink 2013, S. 3f).<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\"><b>Mediatisierung, Interaktion und Kommunikation<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Ausgehend von dieser generellen Orientierung verorten Hepp und Hasebrink in \u201eHuman interaction&#8230;\u201c soziale Interaktion als zentrales Konzept in beiden Forschungstraditionen um den Prozess der Mediatisierung zu beschreiben. Innerhalb der institutionalistischen Tradition verweisen sie vor allem auf Knut Lundby (Lundby 2009), der Medienlogik und soziale Interaktion wie folgt mit einander verbindet. \u201eDie Medienlogik ist eine Kodifizierung wie Medienformate arbeiten, eine Kodifizierung von Regeln, Wegen und Regulationen &#8216;in der zugrundeliegenden interaktiven Ordnung&#8217; (Lundby 2009, S. 108)\u201c. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Das soziale Interaktion in einer st\u00e4rker sozialkonstruktivistisch orientierten Forschungstradition bedeutsam ist, ist f\u00fcr Hepp und Hasebrink offensichtlich. Den Grund hierf\u00fcr sehen sie darin, dass jeder sozialkonstruktivistische Ansatz auf dem Argument basiert, dass die soziale Welt der menschlichen Wesen nicht gegeben sondern durch soziale Interaktion konstruiert wird. An dieser Stelle verweisen sie auf Hubert Knoblauch, der den Sozialkonstruktivismus wie folgt charakterisiert: \u201eIn diesem Sinne geht jeder Sozialkonstruktivismus davon aus, dass die soziale Realit\u00e4t in, durch, und auf sozialen Handlungen aufgebaut wird\u201c (Knoblauch 2013, S. 6). In Folge dessen f\u00fchren sie in Verweis auf Peter Berger und Thomas Luckmann den Begriff des \u201ekommunikativen Konstruktivismus\u201c ein, dessen Idee es sei, die zentrale &#8211; aber nicht ausschlie\u00dfliche &#8211; Rolle von Kommunikation f\u00fcr die Konstituierung von Gesellschaften und Kulturen zu betonen. Nach Hepp und Hasebrink spielt Kommunikation immer dann eine Rolle, wenn Fragen nach der Bedeutung beteiligt sind. Aus diesem Grund wird symbolische Interaktion in dieser Perspektive zum Kern des Verst\u00e4ndnisses der Konstitution und Transformation von Gesellschaften und Kulturen (Hepp\/Hasebrink 2013, S. 4). <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Als kritische Position zu dieser starker Bedeutung von sozialer Interaktion f\u00fcr die Mediatisierungsforschung lassen sie Stig Hjarvard (2013) zu Wort kommen, der vor der einseitigen \u00dcberbetonung von sozialen Interaktionen warnt, was die Frage, wie die Spezifit\u00e4ten der Medien zu erfassen seien, verdecken kann (Hepp\/Hasebrink 2013, S. 4). <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Nachdem Hepp und Hasebrink den Begriff der sozialen Interaktion in den beiden Forschungstraditionen verortet haben, betonen sie seine fundamentale Bedeutung f\u00fcr die Sozialwissenschaften als Ganzes. In einer unpr\u00e4zisen Gleichsetzung von sozialer Handlung und sozialer Interaktion, historisieren Sie den Ansatz in der Handlungstheorie Max Webers (vgl. Hepp\/Hasebrink 2013, S. 5). Aus dieser Historisierung leiten sie ab, dass sich die Mediatisierungsforschung sehr stark damit besch\u00e4ftigen muss, wie sich soziale Interaktion \u00e4ndert, wenn technische Kommunikationsmedien ein Teil von ihr werden (ebd.).<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Pr\u00e4ziser ist ihre Herleitung in der soziologischen Forschungstradition des symbolischen Ineraktionismus in Anlehnung Herbert Mead (1967) und Herbert Blumer (1969). Nach Sandstrom identifizieren sie die fundamentale Idee dieses Ansatz in der Unterscheidung von menschliche Wesen \u201evon anderen Kreaturen, weil sie die F\u00e4higkeit zur Sprache und deswegen zum Denken, Begr\u00fcnden, Kommunizieren und zur Koordination ihrer Handlungen mit anderen haben\u201c (Sandstrom 2007, S. 1). Als ein Hauptkonzept des symbolischen Interaktionismus sehen sie die Idee der \u201esignifikanten Symbole\u201c an, welches Worte oder Gesten sind, die die selbe Bedeutung f\u00fcr eine bestimmte Gruppe von Menschen haben, die diese teilen und, dem symbolischen Interaktionismus folgend, dem Gro\u00dfteil der menschlichen Interaktion zu Grunde liegen. Hieraus schlie\u00dfen sie, dass \u201eKommunikation eine Form der sozialen Interaktion ist\u201c (Hepp\/Hasebrink 2013, S. 5). Weiter f\u00fchren sie aus, dass andere Arten der sozialen Interaktion existieren und das Kommunikation mit ihnen im Zusammenhang steht. Nach Reicherts (2011, S. 159 \u2013 160) definieren sie Kommunikation als jedwede Form der symbolischen Interaktion, die entweder in einer geplanten und bewussten oder in einer stark habitualisierten und sozial eingebundenen Art ausgef\u00fchrt wird. \u201eKommunikation beinhaltet deswegen den Gebrauch von Zeichen, den Menschen w\u00e4hrend ihrer Sozialisation erlernen. Diese Zeichen sind in ihrer Eigenschaft als Symbole zum gr\u00f6\u00dften Teil v\u00f6llig arbitr\u00e4r. Weshalb deren Bedeutung von konventionalisierten sozialen Regeln abh\u00e4ngig ist. (Hepp\/Hasebrink 2013, S. 5). Kommunikation wird deswegen f\u00fcr sie fundamental f\u00fcr die soziale Konstruktion von Wirklichkeit. \u201eWir kreieren, neben anderen Formen der sozialen Interaktion, unsere soziale Wirklichkeit in multiplen Kommunikationsprozessen\u201c (ebd.).<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Diese Beschreibung von Kommunikation als eine Form der sozialen Interaktion binden sie anhand von vier Konzepte zur\u00fcck an die Medien- und Kommunikationsforschung. Diese vier Konzepte, Form, Muster, Praktiken und Typen verweisen nach ihnen auf die selbe Idee, dass Kommunikation nicht ausschlie\u00dflich kurzlebig ist, sondern auf sozialen Regeln basiert, die situativ angewandt werden. Diese Regeln verweisen nicht nur auf den Gebrauch von Symbolen, sondern auch wie die Symbole in Handlungen angewandt werden. Der Unterschied zwischen den Konzepten sehen sie in der Ebene, auf den die Regeln verortet und wie sie kontextualisiert werden. Diese vier Konzepte charakterisieren sie wie folgt:<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\"><b>Formen:<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\"> Unterschiedliche Arten von Inhalt k\u00f6nnen durch verschiedene Formen von <\/span><\/span><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Kommunikationshandlungen<\/span><\/span><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\"> zum Ausdruck gebracht werden. Von sehr kleinen, wie Antworten oder gr\u00f6\u00dferen wie Konversationssequenzen. Insbesondere innerhalb der Medien- und Kommunikationsforschung wird der Begriff benutzt um bestimmte \u201eFormate\u201c, z. B bestimmte Fernsehformate zu benennen. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\"><b>Muster:<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\"> Bedeutet allgemein, dass bestimmte sichere Regelm\u00e4\u00dfigkeiten innerhalb kommunikativer Interaktion bestehen. Die Regelm\u00e4\u00dfigkeiten k\u00f6nnen entweder auf der Ebene einzelner Kommunikationshandlungen auftreten, oder, als Variationen dieser kleinen Kommunikationshandlungen, komplexere Muster bilden. Diese k\u00f6nnen entweder neue Muster der Verkn\u00fcpfung oder der Gebrauch spezifischer Kommunikationsformen innerhalb einer Gruppe von Menschen sein. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\"><b>Praktiken:<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\"> Der Begriff der Praktiken r\u00fcckt, im Vergleich zu einer st\u00e4rker abgel\u00f6sten Betrachtung von Medieninhalten und Medieneffekten, den Fokus st\u00e4rker auf das menschlichen Handeln. Neben Praktiken der Mediennutzung, werden alle Arten von Handlungen, die mit Medien verbunden sind betrachtet. Dazu z\u00e4hlen auch Handlungen der Medienproduktion. Dar\u00fcber hinaus verweist der Begriff haupts\u00e4chlich darauf, wie unterschiedliche Formen zusammen einen komplexeres und sozial situiertes Muster von Handlungen mit Medien bilden. Der Begriff der Praktiken betont st\u00e4rker die soziale Einbettung eines Sets von Kommunikationsformen als auch deren Verbindung zu menschlichen Bed\u00fcrfnissen. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\"><b>Typ: <\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Typen stellen das bislang komplexeste Konzept dar. Allgemein basiert Kommunikation und soziale Interaktion auf der reziproken Wahrnehmung des Alter Egos, die auf \u201eTypisierungen\u201c referiert, die w\u00e4hrend des Sozialisationsprozesses erlernt wurden. Auch der Begriff der Formen kann als eine Typisierungen von Handlungen verstanden werden. Dies sind Typisierungen von \u201erichtigen Handlungen\u201c in einem sozialen Sinne. Am komplexesten wird der Begriff, wenn er unter Methodologischen Gesichtspunkten betrachtet wird. Indem spezifische Ereignisse analysiert werden, wird der Prozess der Beschreibung von Formen, Mustern und Praktiken selbst zu einer Form der Typisierung. Diese Idealtypen im Sinne Max Webers helfen durch die zur Verf\u00fcgungstellung eines analytischen Rahmens die unterschiedliche Formen des menschlichen Handelns zu beschreiben. So k\u00f6nnen in der Medien- und Kommunikationsforschung durch den Verweis auf Basistypen der Kommunikation (z. B. Face-to-Face Kommunikation) spezifischere \u201eFormen\u201c, \u201eMuster\u201c oder \u201ePraktiken\u201c beschrieben werden (Hepp\/Hasebrink 2013, S. 5f). <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Die Verbindung dieser Basistypen zur Mediatisierungsforschung stellen sie \u00fcber eine Referenz auf John B. Thompson Reflexionen \u00fcber die \u201eMediatisierung von Kulturen\u201c (Thomspon 1995) her. Thompson thematisiert Mediatisierung als \u201edie Transformation von Kommunikation als eine Form der symbolischen Interaktion\u201c (Hepp\/Hasebrink, S. 6). Im weiteren Verlauf der Argumentation wird das Konzept der Basistypen der Kommunikation insbesondere im Verweis auf Thompson und Krotz (Krotz 2007) in vier Typen weiter ausgearbeitet. Diese sind die direkte Kommunikation, die reziproke (wechselseitige) Medienkommunikation, die produzierte Medienkommunikation und die virtualisierte Medieneffekten. Unter diesen vier Basistypen verstehen Hepp und Hasebrink die:<\/span><\/span><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">direkte Kommunikation, direkte Konversationen mit anderen Menschen,<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">reziproke Medienkommunikation, technisch vermittelte pers\u00f6nliche Kommunikation mit anderen Menschen,<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">produzierte Medienkommunikation, die die Medienkommunikation charakterisiert, welche klassischer Weise mit dem Konzept der Massenkommunikation identifiziert wird,<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">virtualisierte Medienkommunikation, Kommunikation durch \u201einteraktive Systeme\u201c, die f\u00fcr diesen Zweck erschaffen wurden (z. B. Computerspiele oder Roboter).<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dieses Basistypen stellen sie in Form der hier dargestellten Tabelle dar, die die Verankerung in Raum und Zeit, den Umfang der symbolischen Mittel, die Handlungsorientierung, den Kommunikationsmodus und die Form der Anschlussf\u00e4higkeit umfasst. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\"><b>Tabelle 1: Basistypen der Kommunikation<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<table width=\"100%\" border=\"1\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<col width=\"45*\" \/>\n<col width=\"53*\" \/>\n<col width=\"53*\" \/>\n<col width=\"53*\" \/>\n<col width=\"53*\" \/>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"17%\"><\/td>\n<td width=\"21%\">\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Direkte Kommunikation<\/b><\/p>\n<\/td>\n<td width=\"21%\">\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Reziproke Medien-kommunikation<\/b><\/p>\n<\/td>\n<td width=\"21%\">\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Produzierte Medien-kommunikation<\/b><\/p>\n<\/td>\n<td width=\"21%\">\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Virtualisierte Medien-kommunikation<\/b><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"17%\">\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Verankerung in Raum und Zeit<\/b><\/p>\n<\/td>\n<td width=\"21%\">\n<p align=\"JUSTIFY\">Kontext der Kopr\u00e4senz; geteiltes System der Raum- und Zeitbez\u00fcge<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"21%\">\n<p align=\"JUSTIFY\">Separation der Kontexte; erweiterter Zugang zu Raum und Zeit<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"21%\">\n<p align=\"JUSTIFY\">Separation der Kontexte; erweiterter Zugang zu Raum und Zeit<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"21%\">\n<p align=\"JUSTIFY\">Separation der Kontexte; erweiterter Zugang zu Raum und Zeit<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"17%\">\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Umfang der symbolischen Mittel <\/b><\/p>\n<\/td>\n<td width=\"21%\">\n<p align=\"JUSTIFY\">Vielfalt der symbolischen Bedeutungen<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"21%\">\n<p align=\"JUSTIFY\">Einschr\u00e4nkungen der symbolischen Bedeutungen<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"21%\">\n<p align=\"JUSTIFY\">Einschr\u00e4nkung und Standardisierung der symbolischen Bedeutungen<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"21%\">\n<p align=\"JUSTIFY\">Relative Einschr\u00e4nkung und Standardisierung der symbolischen Bedeutungen<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"17%\">\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Handlungs-orientierung<\/b><\/p>\n<\/td>\n<td width=\"21%\">\n<p align=\"JUSTIFY\">Orientierung am spezifischen Anderen<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"21%\">\n<p align=\"JUSTIFY\">Orientierung am spezifischen Anderen<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"21%\">\n<p align=\"JUSTIFY\">Orientiert an einer undefinierten potentiellen Anzahl von Adressaten<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"21%\">\n<p align=\"JUSTIFY\">Orientierung an einem potentiellen Handlungsraum<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"17%\">\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Kommuni-kationsmodus<\/b><\/p>\n<\/td>\n<td width=\"21%\">\n<p align=\"JUSTIFY\">Dialogisch<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"21%\">\n<p align=\"JUSTIFY\">Dialogisch<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"21%\">\n<p align=\"JUSTIFY\">Monologisch<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"21%\">\n<p align=\"JUSTIFY\">Interlogisch<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"17%\">\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Form der Anschluss-f\u00e4higkeit (Connectivity)<\/b><\/p>\n<\/td>\n<td width=\"21%\">\n<p align=\"JUSTIFY\">Lokal<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"21%\">\n<p align=\"JUSTIFY\">Translokal adressiert<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"21%\">\n<p align=\"JUSTIFY\">Translokal offen<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"21%\">\n<p align=\"JUSTIFY\">Translokal undefiniert<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Quelle: Hepp\/Hasebrink 2013, S. 8.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Quantitativ gesprochen erm\u00f6glichte nach Hepp und Hasebrink die Ausbreitung von technischen Kommunikationsmedien die Entstehung der drei medienkommunikativen Basistypen. Alle drei erm\u00f6glichten es die symbolische Kommunikation translokal auszuweiten, w\u00e4hrend sie gleichzeitig den Umfang der symbolischen Mittel einschr\u00e4nkten. \u201eZus\u00e4tzlich [\u2026] wurden diese unterschiedlichen Basisformen der Medienkommunikation sozial, temporal und r\u00e4umlichen gesprochen immer vertrauter\u201c (Hepp\/Hasebrink 2013, S. 9).<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Von der qualitativen Seite kommend, argumentieren sie, dass jedes Medium die entsprechenden Basistypen in einer anderen Art und Weise formt. An diesem Punkt bringen Sie die unterschiedlichen Konzepte, um die Spezifit\u00e4t der Medien zu analysieren zur Sprache. Diese sind u.\u00a0a. die \u201eMedienlogik\u201c, die \u201ePr\u00e4gekraft von Medien\u201c und die \u201eformende Kraft von Medien\u201c. Als Gemeinsamkeit sehen sie in diesen Konzepten den Versuch zu beschreiben, welchen Einfluss Medien auf auf die Art und Weise haben, wie wir kommunizieren. Dabei betonen sie in Abgrenzung zur Medienwirkungsforsschung, dass dies nicht als ein Prozess des direkten Effektes, sondern als ein Prozess der Aneignung dieser Medien verstanden wird.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">In Verortung zum aktuellen Diskurs \u00fcber den kommunikativen Konstruktivismus argumentieren sie weiter, dass \u201ewir unsere Kulturen und Gesellschaften als bedeutsame Wirklichkeiten durch Kommunikation konstruieren, insbesondere durch Formen und Praktiken des kommunikativen Handelns\u201c (ebd.). Ihr Hauptargument ist, dass Medien \u201eInstitutionalisierungen\u201c und \u201eVerdinglichungen\u201c von kommunikativen Handlungen sind. \u201eMit Medien institutionalisieren wir die Formen, wie wir kommunizieren und verdinglichen die Kommunikationsm\u00f6glichkeiten in Technologien, Infrastrukturen und Interfaces. Und, sobald kommunikatives Handeln durch ein Medium institutionalisiert und verdinglicht wird, hat diese Entwicklung einen bestimmten Einfluss auf unsere Kommunikation\u201c (ebd.). In dieser Entwicklung sehen sie einen in Wechselbeziehungen stehenden Wandlungsprozess, in dem die Antriebskraft des Wandels nicht identifiziert werden kann. Die vier Basistypen der Kommunikation sollen dabei als Startpunkt f\u00fcr eine Analyse zur Beschreibung der spezifischen Formen und Praktiken der kommunikativen Handlungen verstanden werden, die in diesen Prozess eingebunden sind (vgl. Hepp\/Hasebrink 2013, S. 10).<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">In der Vielfalt der Medien, die an der kommunikativen Konstruktion von Kultur und Gesellschaft beteiligt sind, sehen sie eine weitere Verkomplizierung der Situation. Deswegen suchen sie nach einem Ansatz, der es gestattet eine Vielfalt von unterschiedlichen Medien in die Analyse einzuschlie\u00dfen, solange sie f\u00fcr den Transformationsprozess der kommunikativen Konstruktion von mediatisierten Kulturen und Gesellschaften relevant sind (ebd.). <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\"><b>Kommunikative Figurationen als intermedierendes Konzept <\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Als intermedierendes Konzept zwischen dem theoretischen Ansatz der Mediatisierung und der praktischen Analyse des Wandels der symbolischen Interaktion und der dadurch stattfindenden Transformation der kommunikativen Konstruktion von Gesellschaften und Kulturen, platzieren Hepp und Hasebrink das Konzept der kommunikativen Figurationen. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">In Anlehnung und Erweiterung von Norbert Elias Konzept der Figurationen, die er als \u201eNetzwerke[&#8230;] von Individuen\u201c versteht (Elias 1978, S. 15), definieren Sie kommunikative Figurationen als: musterhafte Prozesse kommunikativer Interdependenz, welche durch unterschiedliche Medien hindurch existieren und einen thematischen Rahmen besitzen, der kommunikatives Handeln orientiert (vgl. Hepp und Hasebrink 2013, S. 10)*. Diese transmedialen kommunikativen Figurationen sollen die bereits erw\u00e4hnten Basistypen der Kommunikation integrieren. Die Auswahl der Kommunikationsmedien basiert dabei auf der Charakteristik der zu beschreibenden kommunikativen Figuration (Hepp\/Hasebrink 2013, S. 11). Die Leitidee hinter dieser Annahme ist, dass die wechselseitigen Beziehungen des als Mediatisierung benannten medienkommunikativen und soziokulturellen Wandels sich in spezifischen kommunikativen Figurationen materialisieren. Mit der Ver\u00e4nderung von kommunikativen Figurationen, ver\u00e4ndert sich der Prozess der kommunikativen Konstruktion der soziokulturellen Realit\u00e4t. Aus dieser Perspektive soll die Analyse der Transformation von Gesellschaften und Kulturen innerhalb des allgemeineren Konzepts der Mediatisierung zug\u00e4nglich werden (Hepp\/Hasebrink 2013, S. 11f). <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\"><b>Empirische Ann\u00e4herung an kommunikative Figurationen <\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Ihre bisherigen Argumente fassen Hepp und Hasebrink, neben der bereits gegebenen Definition von kommunikativen Figurationen, wie folgt zusammen: Innerhalb und durch diese kommunikativen Figurationen konstruieren Menschen durch symbolische Interaktion ihre bedeutungsvollen soziokulturellen Realit\u00e4ten, Daraus folgt, dass kommunikative Figurationen kein statisches Ph\u00e4nomen bilden, sondern in ihrem konstanten Stadium des Flusses, als ein Prozess beobachtet werden m\u00fcssen, Sie werden durch kommunikative Praktiken realisiert und werden folglich st\u00e4ndig reartikuliert und in unterschiedlichen Ma\u00dfe transformiert. Im Sinne eines Sozialkonstruktivismus k\u00f6nnen kommunikative Figurationen als die Basis der kommunikativen Konstruktion der soziokulturellen Wirklichkeit in Betracht gezogen werden. Die Wirklichkeit einer Gesellschaft oder Kultur wird in oder durch unterschiedliche kommunikative Figurationen konstruiert. Jede kommunikative Figuration wird im Kern durch vier Aspekte definiert. <\/span><\/span><\/p>\n<ol>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Durch Kommunikationsformen, die die unterschiedlichen, auf Konventionen basierenden Wege der des kommunikativen Handelns einschlie\u00dfen, welche sich zu komplexere Praxismuster entwickeln.<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">In Anbetracht dieser Kommunikationsformen kann ein spezifisches Medienensemble beschrieben werden.<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Eine typische Akteurskonstellation kann determiniert werden, welche sich selbst durch kommunikative Handlungen konstituiert. <\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Ihren thematischen Rahmen (vgl. Hepp\/Hasebrink 2013, S. 12). <\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Als erweiterten Kontext von kommunikativen Figurationen f\u00fchren sie noch die Perspektiven Zugeh\u00f6rigkeit, Regeln, Segmentierung und Macht ein. In einer ersten Ann\u00e4herung sollen diese Perspektiven unter zur Hilfenahme von vier Fragen beschrieben werden. Diese sind:<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wie konstruieren kommunikative Figurationen unsere unterschiedlichen Zugeh\u00f6rigkeiten?<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wie werden bestimmte Regeln durch kommunikative Figurationen kreiert?<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wie produzieren kommunikative Figurationen charakteristische Segmentierungen? <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wie kreieren oder erhalten kommunikative Figurationen Macht?<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Zugeh\u00f6rigkeit thematisiert dabei die Bereiche der Inklusion, der Vergemeinschaftung und der Sozialisation durch Medienkommunikationsprozesse. Regeln werden unter dem Aspekt des Setzens und des Ver\u00e4nderns von Regeln betrachtet. Die Perspektive der Segmentierung ist mit der medien- und kommunikationswissenschaftlichen Tradition des Beobachtens von Ungleichheiten verbunden. Hier stellen sie in Anlehnung an Bourdieu die Frage, in welchen Ausma\u00df kommunikative Figurationen und ihre wachsende Mediatisierung \u00f6konomisches, kulturellen und soziales Kapital anwachsen lassen. Abschlie\u00dfend betrachten sie die Perspektive der Macht aus der Perspektive von Erm\u00e4chtigung und Entmachtung (vgl. Hepp\/Hasebrink 2013, S. 15 -16). <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Da Hepp und Hasebrink kommunikative Figurationen als strukturierte Wege betrachten, durch die kommunikative Konstruktion von Gesellschaften und Kulturen stattfindet, werden sie gleichzeitig zu den Mitteln durch die Macht, Segmentierung, Regeln und Zugeh\u00f6rigkeit produziert wird (Hepp\/Hasebrink 2013, S. 16).<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Da sie Medien nicht als einzige Antriebskraft f\u00fcr den sozialen Wandel ansehen, erkl\u00e4ren sie, dass die \u201eBeobachtung wie mediatisierte Gesellschaften und Kulturen sich transformieren und welche Rolle Medien f\u00fcr diesen Transformationsprozess haben\u201c(ebd.), eine bedeutende Frage ist. Diese Frage l\u00e4sst sich vereinfachend formulieren als, wie Ver\u00e4ndern Medien des Prozess des sozialen Wandels? Das Konzept der kommunikativen Figurationen soll es gestatten dies Frage sowohl synchron als auch diachron anzugehen. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">W\u00e4hrend sie den diachronen Weg um Mediatisierung zu untersuchen als offensichtlich ansehen und nur durch Beispiele erl\u00e4utern, halten sie den synchronen Weg f\u00fcr erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftiger.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">F\u00fcr den synchronen Weg sprechen f\u00fcr sie die geringeren Kosten und haupts\u00e4chlich die nicht-lineare, eruptive Entwicklung der Mediatisierung, die sie als Mediatisierungswelle bezeichnen. Diese Mediatisieurngswellen erm\u00f6glichen vollkommen neue Medienumgebungen, wie durch die Digitalisierung geschehen, die alle bisherigen Medien erfasst und transformiert hat (vgl. Hepp\/Hasebrink 2013, S. 17). Um methodologisch der synchronen Mediatisierungsforschung gerecht zu werden, verweisen sie auf die Akteurs-Netzwerk-Theory nach Bruno Latour, deren Interesse sie in der Frage sehen, wie das Soziale durch Menschen und ihrer Interaktion mit Dingen produziert wird (ebd.). Dieser soziologische Ansatzpunkt soll es ihnen gestatten das typischen Argument der Medien- und Kommunikationsforschung in Bezug auf das Erscheinen eines neuen Mediums, die Diffusion einer Innovation, zu entkr\u00e4ften und durch das Wechselspiel des Auftauchens eines neuen Mediums und der Artikulation unterst\u00fctzender medienbezogener Praktiken zu ersetzen (Hepp\/Hasebrink 2013, S. 17f).<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\"><b>Fazit und Kritik: Die Transformation kommunikativer Figurationen <\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Im Fazit fassen Hepp und Hasenbrink ihre Grundidee die Mediatisierungsforschung durch das Konzept der symbolischen Interaktion und damit in der Kommunikation zu gr\u00fcnden nochmal zusammen. In ihren empirischen Kernkonzept, den kommunikativen Figurationen, sehen sie, in Anlehnung an Norbert Elias Konzept der Figurationen, \u201edas Potential Figurationen durch die Mikro-, Meso- und Makroebene hindurch zu analysieren\u201c (Hepp\/Hasebrink 2013, S. 18). Ihr Konzept der kommunikativen Figurationen ist in dem folgenden Schaubild zusammengefasst. Dabei wurden die vier Perspektiven (Macht, Segmentierung, Regeln und Zugeh\u00f6rigkeit) in Abweichung zum urspr\u00fcnglichen Text dem soziokulturellen Wandel und, Giddens Idee der Dualit\u00e4t von Handlung und Struktur (Giddens 1988, S 215) folgend, dem Netzwerk von Menschen zugeordnet. Diese Konzeptionalisierung steht in \u00dcbereinstimmung mit denen von Hepp und Hasebrink zuvor formulierten Fragen zur Beschreibung der vier Perspektiven. Dar\u00fcber hinaus spricht, dass diese Elemente leicht nach der Tradition der soziologischen Sozialstrukturanalyse als Elemente der Gliederung in \u201egesamtgesellschaftliche Gruppen\u201c oder als \u201ewichtige sozial relevante Merkmale\u201c (Gei\u00dfler 2008, S. 19) gewertet und damit auch dem soziokulturellen Wandel zugeordnet werden k\u00f6nnen. Die gleichzeitige Verortung der vier Perspektiven im Netzwerk der Menschen und im soziokulturellen Wandel erweitert dar\u00fcber hinaus auch noch die analytische Leistungsf\u00e4higkeit des Konzepts. Fragen nach der internen Machtverteilung des Netzwerks von Menschen und die Macht der kommunikativen Figuration auf andere soziale Institutionen k\u00f6nnen hierdurch auch ber\u00fccksichtigt werden. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\"><b>Abbildung 1: Analyse der Mediatisierung nach Hepp und Hasebrink <\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p>\u00a0<a href=\"http:\/\/digitalrealism.info\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/kommunikative-figurationen-e1382701971372.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-1273 alignleft\" style=\"border:5px solid white;\" alt=\"Kommunikative Figurationen\" src=\"http:\/\/digitalrealism.files.wordpress.com\/2013\/10\/kommunikative-figurationen-e1382701971372.jpg?w=150\" width=\"466\" height=\"427\" \/><\/a><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Nach diesem Schema setzt sich Mediatisierung aus den beiden Teilprozessen des medienkommunikativen und des soziokulturellen Wandels zusammen. Die kommunikativen Figurationen dienen als intermedierendes Konzept, welches die beiden Prozesse verbindet und beeinflusst. Soziokultureller Wandel, der sich aus anderen Faktoren, als dem medienkommunikativen Wandel speist, kann demnach auch kommunikative Figurationen und damit zum medienkommunikativen Wandel f\u00fchren. Die Regulationsversuche durch das ACTA-Handelsabkommen (Anti-Counterfeiting Trade Agreement) k\u00f6nnen als ein Versuch gelten, durch die Setzung eines thematischen Rahmens (legale\/Illegale Nutzung von urheberechtlich gesch\u00fctzten Medienprodukten), Einfluss auf die kommunikative Figuration der Nutzung von Medienprodukten im Internet Einfluss zu nehmen. Die Trennung der \u201eBasistypen der Kommunikation\u201c und der \u201eMedialen Basistypen der Kommunikation\u201c wurde vorgenommen, um die Abh\u00e4ngigkeit der medialen Basistypen von dem Vorhandensein eines Medienensembles zu verdeutlichen. Es besteht aber auch eine direkte Verbindung zwischen dem \u201eNetzwerk der Menschen\u201c und diesen Basistypen. Insgesamt erscheint der Ansatz zur \u201eAnalyse der Mediatisierung\u201c nach Hepp und Hasebrink ein sehr vielversprechend Ansatz zur Untersuchung eines medientechnologisch gest\u00fctzten soziokulturellen Wandels zu sein. Hierf\u00fcr spricht, dass sie Medien eine Gestaltungskraft zusprechen, ihnen aber nicht die alleinige \u201eVerantwortung\u201c \u00fcbertragen. Aus einer soziologischen Perspektive ist die Konzeptionalisierung von Medien f\u00fcr kommunikative Handlungsprozesse recht interessant. Allerdings mangelt es, aus der Perspektive einer akteurszentrierten Soziologie, an einer Theoretisierung von Medien f\u00fcr zweckrationales Handeln (vgl. Adamik 2012). Problematischer ist allerdings die Positionierung der kommunikativen Figurationen als einer den Akteursnetzwerken \u00fcbergeordneter Rahmen. Hier sei nochmal an die oben genannte Definition von kommunikativen Figurationen als &#8220;musterhafte Prozesse kommunikativer Interdependenz, welche durch unterschiedliche Medien hindurch existieren und einen thematischen Rahmen besitzen, der kommunikatives Handeln orientiert&#8221; (vgl. Hepp und Hasebrink 2013, S. 10) erinnert. In dieser Definition sind kommunikative Figurationen au\u00dfermenschliche Entitit\u00e4ten, die durch ihre thematische Orientierung einen Einfluss auf das kommunikative Handlen haben. Damit steht sie eben nicht in der Tradition von Norbert Elias Konzept der Figurationen und Hepps und Hasebrinks sozialkonstruktivstischen Ansatz. Hepps fr\u00fchere Definition, &#8220;Es handelt sich um hier um ein Interdependenzgeflecht kommunikativen Handelns, bei medienvermittelten Interaktionen artikuliert unter dem Einbezug von Medien&#8221; (Hepp 2012, S. 110) folgt diesen beiden Traditionen wesentlich st\u00e4rker und betont den sozialkonstruktivistischen Charakter, also die Produktion von kommunikativen Figurationen durch menschliche Handlungen, wesentlich deutlicher. Allerdings zeichnet sich die aktuelle Definition durch eine deutliche h\u00f6here Komplexit\u00e4t aus, was detaillierte Beschriebungen der Wirklichkeit erm\u00f6glicht. Um die Vorz\u00fcge beider Definitionen zu vereinen, schlage ich folgende Definition vor. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Kommunikative Firgurationen sind musterhafte Prozesse kommunikativer Interaktion, durch die mit Hilfe eines gesetzten\/zu setzenden thematischen Rahmens und durch unterschiedliche Medien hindurch, kommunkatives Handeln Orientierung erh\u00e4lt.\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><strong>Abbildung 2: Anaylse der Mediatisierung ver\u00e4ndert nach Hepp und Hasebrink<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/digitalrealism.info\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/kommunikative-figurationen-ii.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-1359 alignleft\" style=\"border:5px solid white;\" alt=\"kommunikative Figurationen II\" src=\"http:\/\/digitalrealism.info\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/kommunikative-figurationen-ii.jpg?w=150\" width=\"471\" height=\"411\" \/><\/a>Auch wenn diese Defintion noch nicht s\u00e4mtliche Probleme beseitigt &#8211; so werden hier immer noch kommunikative Figurationen von der Analyse ausgeschlossen, die nur auf Basis direkter Kommunkation konstruiert werden &#8211; steht sie wesentlich st\u00e4rker in der sozialkonstruktivistischen Tradition und vermdeidet durch den Interaktionsbegriff die komplizierte Umschreibung mit Hilfe des Begriffs des Interdependenzgeflechts. Durch die doppelte Beschreibung gesetzten\/zu setzenden wird dar\u00fcber hinaus noch das Machtgef\u00fcge zwischen einer konkreten kommunikativen Figuration und der Umwelt des soziokulturellen Wandels beschreibbar. Entsprechen dieser Definition wurde\u00a0 der Pfeil zwischen dem thematischen Rahmen und dem sozialem Netzwerk (vgl. Abbildung 1) in der Abbildung 2 in einem Interdepdenzpfeil ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\"><span style=\"color:#000000;\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\"><b>Literatur <\/b><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\"><span style=\"color:#000000;\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Adamik 2012: Das literarische Wissen. Ein Essay. Dortmund.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\"><span style=\"color:#000000;\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Altheide, David L.; Snow, Robert P. (1979): Media logic. Beverly Hills, Calif: Sage Publications (Sage library of social research).<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\"><span style=\"color:#000000;\"><span style=\"font-family:Segoe UI;\"><span style=\"font-size:small;\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Asp, Kent: Mediatization, Media Logic and Mediarchy. In: <\/span><\/span><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\"><i>Nordicom Review <\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">11 (2), S. 47\u201350.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\"><span style=\"color:#000000;\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Blumer, Herbert (1969): Symbolic interactionism. Perspective and method. Berkeley: Univ. of California Press.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\"><span style=\"color:#000000;\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Donsbach, Wolfgang (Hg.) (2007): International Encyclopedia of Communication.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\"><span style=\"color:#000000;\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Elias, Norbert (1979): What is sociology? New York: Columbia University Press (European perspectives).<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\"><span style=\"color:#000000;\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Giddens, Anthony (1988): Die Konstitution der Gesellschaft. Grundz\u00fcge einer Theorie der Strukturierung. 3. Aufl. Frankfurt\/Main [u.a.]: Campus-Verl. (Theorie und Gesellschaft, 1).<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\"><span style=\"color:#000000;\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Hepp, Andreas (2013): The communicative figurations of mediatized worlds. Mediatization research in times of the \u2018mediation of everything&#8217;. Research Network &#8220;Communicative Figurations&#8221; (University of Bremen). Online verf\u00fcgbar unter http:\/\/www.kommunikative-figurationen.de\/fileadmin\/redak_kofi\/Arbeitspapiere\/CoFi_EWP_No-1_Hepp.pdf, zuletzt aktualisiert am 11.03.2013, zuletzt gepr\u00fcft am 23.10.2013.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\"><span style=\"color:#000000;\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Hepp, Andreas (2012): Die kommunikativen Figurationen mediatisierter Welten. Zur Mediatisierung der kommunikativen Konstruktion von Wirklichkeit. In: Rainer Keller, Jo Reichertz und Hubert Knoblauch (Hg.): Kommunikativer Konstruktivismus. Wiesbaden: Springer VS, S. 97\u2013120. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\"><span style=\"color:#000000;\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Hepp, Andreas; Hasebrink, Uwe (2013): Human Interaction and Communcative Figurations. The Transformation of mediatized cultures and societies. Research Network &#8220;Communicative Figurations&#8221; (University of Bremen). Online verf\u00fcgbar unter http:\/\/www.kommunikative-figurationen.de\/fileadmin\/redak_kofi\/Arbeitspapiere\/CoFi_EWP_No-2_Hepp_Hasebrink.pdf, zuletzt aktualisiert am 01.05.2013, zuletzt gepr\u00fcft am 23.10.2013.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\"><span style=\"color:#000000;\"><span style=\"font-family:Segoe UI;\"><span style=\"font-size:small;\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Hjarvard, Stig (2008): The mediatization of society. In: <\/span><\/span><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\"><i>Nordicom Review <\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">29, 2008 (2). Online verf\u00fcgbar unter http:\/\/snap3.uas.mx\/RECURSO1\/LibrosElectronicos\/BIBAS%20PERIODISMO%20-%20DIGITAL\/The%20mediatization%20of%20society_Hjarvard.pdf, zuletzt gepr\u00fcft am 23.10.2013.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\"><span style=\"color:#000000;\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Hjarvard, Stig (2013): The mediatization of culture and society. New York: Routledge.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\"><span style=\"color:#000000;\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Knoblauch, Hubert (2013): Communicative Constructivism and Mediatiziation. In: Hubert Knoblauch (Hg.): Communication Theory.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\"><span style=\"color:#000000;\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Knoblauch, Hubert (Hg.) (2013): Communication Theory.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\"><span style=\"color:#000000;\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Krotz, Friedrich (2001): Die Mediatisierung kommunikativen Handelns. Der Wandel von Alltag und sozialen Beziehungen, Kultur und Gesellschaft durch die Medien. Opladen. Westdeutscher Verlag. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\"><span style=\"color:#000000;\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Krotz, Friedrich (2007): Mediatisierung. Fallstudien zum Wandel von Kommunikation. 1. Aufl. Wiesbaden: VS, Verl. f\u00fcr Sozialwiss (Medien &#8211; Kultur &#8211; Kommunikation).<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\"><span style=\"color:#000000;\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Lundby, Knut (2009): Media Logic. Looking for Social Interaction. In: Knut Lundby (Hg.): Mediatization. Concept, Changs, Consequences, S. 101\u2013119.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\"><span style=\"color:#000000;\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Lundby, Knut (Hg.) (2009): Mediatization. Concept, Changs, Consequences.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\"><span style=\"color:#000000;\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Mead, George Herbert (1967): Mind, self &amp; society from the standpoint of a social behaviorist. Chicago [Ill.]: University of Chicago Press.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\"><span style=\"color:#000000;\"><span style=\"font-family:Segoe UI;\"><span style=\"font-size:small;\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Reichertz, Jo (2011): Communicative power is power over identity. In: <\/span><\/span><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\"><i>Communications <\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">36 (2). DOI: 10.1515\/comm.2011.008 <a href=\"\"><img decoding=\"async\" style=\"border:0 none;height:16px;width:16px;display:inline;\" title=\"Titel anhand dieser DOI in Citavi-Projekt \u00fcbernehmen\" alt=\"\" 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\/><\/a> <a><img decoding=\"async\" style=\"border:0 none;height:16px;width:16px;display:inline;\" title=\"Titel anhand dieser DOI in Citavi-Projekt \u00fcbernehmen\" alt=\"\" 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\/><\/a> <a><img decoding=\"async\" style=\"border:0 none;height:16px;width:16px;display:inline;\" title=\"Titel anhand dieser DOI in Citavi-Projekt \u00fcbernehmen\" alt=\"\" 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\/><\/a> <a><img decoding=\"async\" style=\"border:0 none;height:16px;width:16px;display:inline;\" title=\"Titel anhand dieser DOI in Citavi-Projekt \u00fcbernehmen\" alt=\"\" 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\/><\/a> <a><img decoding=\"async\" style=\"border:0 none;height:16px;width:16px;display:inline;\" title=\"Titel anhand dieser DOI in Citavi-Projekt \u00fcbernehmen\" alt=\"\" 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\/><\/a> <a><img decoding=\"async\" style=\"border:0 none;height:16px;width:16px;display:inline;\" title=\"Titel anhand dieser DOI in Citavi-Projekt \u00fcbernehmen\" alt=\"\" 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In: Wolfgang Donsbach (Hg.): International Encyclopedia of Communication.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\"><span style=\"color:#000000;\"><span style=\"font-family:Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size:medium;\">Thompson, John B. (1995): The media and modernity. A social theory of the media. Stanford, CA: Stanford University Press.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einleitung Eines der gr\u00f6\u00dften deutschen Forschungsprojekte, welches den sozialen Wandel durch das Internet thematisiert, wird vom 2011 gegr\u00fcndete Forschungsverbund \u201eKommunikative Figurationen\u201c der Universit\u00e4ten Bremen und Hamburg durchgef\u00fchrt. In den beiden Arbeitspapieren \u201eThe communicative figurations of mediatized worlds. Mediatization research in the times of the &#8216;mediation of everything&#8217;\u201c (Hepp 2013) und \u201eHuman interaction and communcative figurations. 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