Der ITler, das revolutionäre Subjekt der Netzwerkgesellschaft?

Auf dem letzten Chaos-Communication-Congress (30c3) rief der Internetaktivist und Betreiber der Whistleblower-Plattform Wikileaks Julian Assange in seiner Rede Sysadmins of the world, unite  Systemadminstratoren und andere ITler zur Weltrevolution auf. Sie sollten sich von den Geheimdiensten, Unternehmen und Behörden anwerben lassen, dort geheime Informationen sammeln und diese dann der Öffentlichkeit zugänglich machen. Selbstverständlich kann man Assange vorwerfen, dass er nur die ökonomischen und politischen Interessen seiner Plattform Wikileaks vertreten habe, aber, wie immer wenn die legitimen Interessen von Menschen und Organisationen kritisiert werden, greift diese Kritik zu kurz. Assanges Rede wirft aus einer neo-marxistschen Perspektive die Frage auf, ob der ITler das revolutionäre Subjekt der Netzwerkgesellschaft ist.

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30c3 – Der Geist der Freiheit

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CCC-Rakete

Auf dem ersten Blick entspricht das Publikum dem Klischee. Wie man es von einem Hacker Kongress erwartet, ist der typische Besucher des 30. Chaos Communication Congress (30c3) zwischen 25 und 35, männlich und trägt den Laptop mit der Selbstverständlichkeit eines modischen Accessoires unter seinem Arm.

Zwischen dem 27. und 30. Dezember verwandelte der Chaos Computer Club, die größte europäische Hackervereinigung, das Hamburger Congress Center in eine Spielwiese für Informatiker, Techniker und Netz-Aktivisten. Kaum etwas erinnerte dort an die nüchterne Atmosphäre von anderen Kongressen. Das Bällebad, den Meisten nur aus dem IKEA-Kinderpardies bekannt, gehört bereits seit Jahren zum Kongressstandard. Beleuchtete Drohnen und ein 360° Kino sorgten für visuelle Reize und ein über 2 Kilometer langes Rohrpostsystem aus Staubsaugern und gelben Röhren verdeutlichte die Funktionsweise des Internets mit seinen Routern und Switches.
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Katzen gegen Vorratsdatenspeicherung

Quelle: gutjahrs blog.
Quelle: gutjahrs blog.

Ich wollte schon lange mal ein Katzenbild auf DIGITALrealism posten und nun ist es endlich soweit. Anlass ist die Lüge des SPD Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel zur Rechtfertigung der Vorratsdatenspeicherung. In dem Interview behauptet er, dass die Vorratsdatenspeicherung bei der Aufklärung der schrecklichen Brevik Attentate im Sommer 2011 “sehr geholfen” habe. In einem Artikel auf ZEITonline stellt Kai Biermann dar, wie die norwegische Polizei Breviek tatsächlich festsetzen und warum die Vorratsdatenspeicherung damit nicht zu tun haben konnte. Denn de facto wird diese noch immer nicht in Norwegen angewandt. Gabriels Lüge dient allein dem Grund die im Koaltionsvertrag festgelegte Vorratsdatenspeicherung, die schon einmal vom Bundesverfassungsgericht gekippt wurde, wieder einzuführen.

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