Tatort Dortmund – Bourgeoisie und Proletariat die Zweite

Während der erste Teil des Dortmunder Tatorts in der Dortmunder Oberschicht spielte und den Niedergang des Kohlenreviers thematisierte, spielt der zweite Teil in der ausländischen Unterschicht und dem türkischen Aufsteiger Milieu. Haupthandlungsort ist die Dortmunder Nordstadt und wieder wird kein Klischee ausgelassen. Skrupellose Türken, die arme Bulgaren ausbeuten, Drogen, Gewalt und Prostitution an jeder Ecke und rassistische Deutsche Ladenbesitzer. Sämtliche Handlungsorte sind jedem Nordstadtbewohner bekannt. Münsterstr, Borsigplatz, Bornstraß, die Kneipe zum Thüringer und Radsport Noll. Dabei ist der einzige Ort, der etwas mit der sozialen Realität zu tun hat die Kneipe zum Thüringer. Während der erste Teil noch ein wenig differenzierters Bild Dortmund zeigte, ist der zweite Teil genauso platt und undiffernziert, wie die Vorurteile, die über die Nordstadt kursieren. Da helfen auch Quotentürkinnen, die trotz Karriere bei der Polizei immer noch in der Nordstadt wohnen und drogennehmende Sprösslinge aus gutem Elternhaus nichts. Der Schluss ist symptomatisch für diesen rassistischen Film. Der Kommissar zielt mit der zur Pistole geformten Hand auf den türkischen Geschäftsmann. Diesmal ist der Türke noch davon genkommen, aber nur diesmal und auch nur weil die fehlgeleitete Deutsche ihm zuvor kam. Fazit: So nicht!

Hier online anzuschauen (Leider erst ab 20 Uhr)

http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/602916_tatort/12421144_mein-revier-fsk-tgl-ab-20-uhr-

Philipp Adamik 2012

Skyfall – the new classical Bond!

 Während der letzte Bond, ein Quantum Trost, nicht der Erwähnung wert war, ist der neue Bond wieder ein echter Hit. Stilistisch knüpft der aktuelle Bond an Casino Royal und die klassichen Bond Filme mit Sean Connery, insbesondere Liebes Grüße aus Moskau an. Wieder jettet man mit Bond über die gesamte Welt, erlebt Abenteuer an exotischen Orten und verführt schöne Frauen.
Trotz aller Anleihen an die klassichen Bond Filme, inklusive des Aston Martins aus Goldfinger, ist es dennoch ein moderner Bond. Sinn und Zweck des MI6 in einer Zeit in der jeder Spionagegerät in der Tasche trägt, dass jeden Bond aus den 80ern den Neid in die Augen steigen lassen würde (Smartphones), werden ebenso diskutiert wie der Nutzen von harten Männern in der längsten Periode des Friedens die zentral Europa je erlebt hat. Konsequenter Weise wird Bond von Q, der sich zu einem Computer-Nerd entwickelt hat, auch nicht mit irgendwelchen Gimmiks ausgestattet, sondern nur mit state of the art Tecnologie. Das ganze wird auch noch mit einer guten Protion Selbstironie gewürzt. Bond: “Weihnachten sieht anders aus.”
Einziger Kritikpunkt. Der Showdown ist vielleicht etwas zu klassisch ausgefallen. Dafür wird man aber mit einer sehr schönen ironischen Schlusszene belohnt. Ein Film an dem jeder Bond-Fan seine echte Freude haben wird.

Philipp Adamik 2012